AFO 03 - Wie geht das?

 

Agility, Spass auf vier Pfoten
   
  Wie funktioniert Agility? (Regeln und Hindernisse)
  Die verschiedenen Hindernissen und deren spezielle Fehlerquellen:
   
Wie funktioniert Agility? (Regeln und Hindernisse)
Der Agility-Hindernisparcour stellt sich aus 12 bis 20 Hindernissen zusammen, die in richtiger Reihenfolge bewältigt werden müssen. Die genaue Reihenfolge wird erst unmittelbar vor dem Wettkampf preisgegeben. Der Parcours wird auf einem Gelände von mindestens 20 x 40 m aufgebaut. Die Streckenlänge liegt zwischen 100 und 200 m. Innerhalb einer festgesetzten Standardzeit soll der Hund den Parcours ohne Leine, Halsband oder andere Hilfsmittel, ausser der Stimme und Gestik seines Halters / seiner Halterin zurücklegen. Die Standardzeit wird je nach Klasse Agility-1, Agility-2, Agility-3 unterschiedlich errechnet. In der Klasse A-1 müssen die Teilnehmer in der Regel den Parcours mit 1,8 m/sec. zurücklegen, bei A-2 sind es 2,75 m/sec., bei A-3 3,5 m/sec. Braucht das Team länger, wird ihm das mit einem Strafpunkt pro Sekunde geahndet. Die Höchstzeit oder Maximalzeit (normalerweise das Doppelte der Standardzeit, mindestens das l,5-fache) darf jedoch nicht überschritten werden, da sonst das Team leider ausscheiden muss. Gewonnen hat das Team, das innerhalb der Standardzeit die wenigsten Fehler gemacht hat. Wenn mehrere Teams mit 0 Strafpunkten das Ziel erreicht haben, gewinnen die, die den Parcours am schnellsten bewältigen konnten. Strafpunkte gibt es für viele verschiedene Arten von Fehlern. Schwerwiegende Fehler, wie etwa das Auslassen eines Hindernisses, drei Verweigerungen oder gar das Misshandeln eines Hundes führen zur sofortigen Disqualifikation. Auch wenn der Hund das Parcoursgelände als Löseplatz benutzt oder nicht mehr in der Hand seines Besitzers / seiner Besitzerin steht oder das Team einen falschen Parcours einschlägt, d.h. ein Hindernis auslässt oder eine falsche Reihenfolge vorzieht, müssen die beiden leider für dieses Mal aufhören. Ansonsten bekommen die Teams für Fehler, wie spezielle Hindernisfehler, Verweigerungen oder das Berühren eines Hindernisses oder des Hundes durch den Hundeführer / die Hundeführerin jeweils 5 Strafpunkte. Bei mehr als 26 Strafpunkten erfolgt wiederum die Disqualifikation.
 
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Die verschiedenen Hindernissen und deren spezielle Fehlerquellen:
Erst einmal gibt es da verschiedene Sprunghindernisse, wie die Stangenhürde, die Bürste, die Mauer oder der Viadukt, der Reifen und der Weitsprung. Wichtig ist hier, genauso wie im Pferdesport auch, dass der Sprung korrekt ausgeführt wird, d.h., dass keine Einzelelemente der Sprünge herunter- oder umgeworfen werden. Bei der Stangenhürde, der Bürste und der Mauer/dem Viadukt besteht ausser der Gefahr des Abwurfs der beweglichen Elemente noch die Gefahr des Unterlaufens. Wenn der Hund also so ein Hindernis unterlaufen hat, wird dies genauso gewertet, als ob er es seitlich umgangen hätte oder einfach davor stehengeblieben wäre. Das Hindernis muss dann noch einmal ausgeführt werden und das Team bekommt 5 Strafpunkte wegen einer Verweigerung. Wird ein Element abgeworfen, gibt es zwar gleichfalls 5 Strafpunkte, aber das Hindernis darf nicht wiederholt werden und der Fehler wird nicht als Verweigerung gezählt. Bei dem Reifen ist dies etwas anders. Hier kann der Hund nichts abwerfen, da der Reifen fest installiert sein muss. Er hat jedoch die Möglichkeit den Reifen zu unterlaufen oder seitlich vorbeizuspringen. Auch hier gilt, das Hindernis muss wiederholt werden und das Team bekommt 5 Strafpunkte für eine Verweigerung. Der Weitsprung besteht aus 3 - 5 Elementen in der Höhe von 15 - 28 cm. Die Einzelelemente werden zu einer Weite zwischen 120 bis 150 cm nacheinander aufgestellt und sollen in einem übersprungen werden. Die Ecken sind durch Pflöcke, die mindestens 120 cm hoch sind, markiert. Der Hund darf den Sprung nur in der angegebenen Richtung überqueren, springt er schräg oder gar quer, so muss er den Sprung wiederholen und der Fehler wird mit einer Verweigerung und 5 Strafpunkten geahndet. Wird der Weitsprung durch den Hund überlaufen oder wirft der Hund ein Element um, so bekommt er 5 Strafpunkte, darf aber mit dem Parcours fortfahren. Bei den Hunden sehr beliebt und bereits mit dem Welpen ausführbar, sind die beiden verschiedenen Tunnel.Einerseits gibt es den flexiblen Plastiktunnel, den man geradeaus oder aber in verschiedene Winkel legen kann und der von den Hunden durchquert werden muss. Andererseits ist da der Stofftunnel, der zwar eine feste Öffnung hat, nach hinten hin jedoch aus Stoff ist und dementsprechend flach auf dem Boden liegt. Wenn die Hunde bemerkt haben, dass ihnen hier nichts passiert, durchqueren sie diese beiden Hindernisse meist mit grosser Freude. Bei unseren Übungsstunden auf dem Hundeplatz gehört es dazu, dass die Hunde zuerst einmal frei miteinander spielen dürfen, bevor wir mit der Arbeit anfangen und häufig ist es so, dass unsere Vierbeiner gerade die Tunnel mit in ihr Spiel einbauen. Fehler gibt es hier nur ganz selten. In wenigen Fällen passiert es, dass ein Hund einen der Tunnel verweigert (5 Strafpunkte und Verweigerung), aber viel häufiger besteht das Problem, dass ein Hund vorzeitig, d.h. bevor der Tunnel überhaupt an der Reihe ist, das Hindernis durchquert, da es zufällig (oder vom Richten von der Richterin geplant) in der Nähe eines anderen Hindernisses steht. In so einem Falle wird das Team wegen Einschlagens eines falschen Parcours leider disqualifiziert. Wohl die grössten Schwierigkeiten haben die Hunde mit den Kontaktzonenhindernissen. Nicht etwa, weil diese besonders schwer zu bewältigen wären, sondern meist, weil die Hunde eben so voller Begeisterung und Elan sind, dass sie genau diese Kontaktzonen, die sie eigentlich betreten sollen, überspringen. Zu diesen Hindernissen gehören die Schrägwand, der Laufsteg und die Wippe. Die Schrägwand ist durch ihre breite Lauffläche am einfachsten zu erlernen. Der schmale Laufsteg (30-40 cm breit) kann da schon bedeutend mehr Schwierigkeiten machen. Aber auch hier ist zu sagen, wenn die Hunde einmal sicher geworden sind, ist der Laufsteg ein sehr beliebtes Hindernis. In unserer Spielphase legen wir oft die Seitenteile des Stegs auf den Boden, um zu vermeiden, dass es zu Unfällen kommt, wenn mehrere Hunde gleichzeitig und womöglich noch aus verschiedenen Richtungen über den Steg laufen wollen. Die Wippe ist da schon ein ganz anderes Problem. Zwar haben wir viele Hunde, die ohne Angst vom ersten Tag an über dieses Hindernis laufen und, nachdem sie erst einmal verstanden haben, wie sie die Wippe zum Kippen bekommen, auch ohne unsere Hilfe zurechtkommen. Aber es gibt doch auch immer wieder Hunde die sehr lange brauchen, bis sie zu diesem Gerät Vertrauen gefasst haben. Springt ein Hund nun vorzeitig, d.h. bevor nicht mindestens eine Pfote die Kontaktzone berührt hat, vom Hindernis ab, so wird dies mit 5 Strafpunkten vermerkt, der Hund kann aber den Parcours fortsetzen. Springt er allerdings ab, bevor er überhaupt den abfallenden Teil betreten hat (bei der Wippe, bevor sie gekippt ist), so muss er das Hindernis wiederholen und wird mit einer Verweigerung bestraft. Der Slalom muss wahrscheinlich am längsten geübt werden, bis er professionell ausgeführt werden kann. Doch durch konsequentes Üben und viel Lob haben wir es bis jetzt bei jedem unserer Vierbeiner geschafft, dass sie den Slalom in einem mehr oder weniger schnellen Tempo absolvieren. Aber ich muss schon sagen, ich bin immer wieder begeistert, wenn ich einen Hund sehe, der den Slalom in einem rasanten Tempo und trotzdem fehlerfrei bewältigt. Der Slalom besteht aus acht, zehn oder zwölf Stangen, die mindestens 100 cm hoch sind und in einem Abstand von 50 bis 65 cm aufgestellt werden. Der Hund muss von der rechten Seite, d.h. die erste Stange befindet sich links vom Hund, einfädeln. Tut er dies nicht, wird er mit einer Verweigerung bestraft und muss noch einmal von vorne beginnen. Dann ist es wichtig, dass wirklich jedes Tor durchlaufen wird. Lässt der Hund ein Tor aus, muss er entweder an der richtigen Stelle wieder angesetzt werden oder er beginnt noch einmal von vorne. Für solch einen Fehler gibt es 5 Strafpunkte. Am Ende muss der Hund wieder auf der richtigen Seite aus dem Slalom herauskommen, ist dies nicht der Fall, so heisst das für den Richter, dass irgendwo ein Fehler gewesen sein muss oder der Hundeführer / die Hundeführerin hat ihren Hund nach einem Fehler falsch angesetzt. In solch einem Fall muss mindestens der letzte Teil des Slaloms noch einmal wiederholt werden, sonst scheidet das Team nach dem Überqueren des nächsten Hindernisses aus. Das letzte Hindernis, das ich beschreiben möchte, ist der Tisch. Hier gibt es meist keine Probleme. Höchstens, wenn man einen schwer zu bändigenden Hund hat, der nur darauf aus ist, das nächste Hindernis anzugehen. Für solche Hunde können nämlich die 5 Sekunden, die sie auf dem Tisch verweilen müssen, zur Ewigkeit werden. Ansonsten wird der Tisch oft als kleine Erholungspause gesehen, in der man sich nochmals kurz ins Gedächtnis rufen kann, wie der Parcours weitergeht. Die 5 Sekunden müssen die Hunde in der Klasse A-1 im Platz, in den Klassen A-2 und A-3 in einer der Positionen Platz, Sitz oder Steh (wird vom Richter / von der Richterin festgelegt) verharren. Der/die Richter/Richterin zählt die Sekunden ab, verändert ein Hund vorzeitig seine Position, muss er diese wieder einnehmen, damit der/die Richter/Richterin weiterzählt. Verlässt der Hund vorzeitig den Tisch, so gibt dies 5 Strafpunkte und er muss für die restliche Zeit zurück auf den Tisch. Eine weitere Möglichkeit hier Fehler zu bekommen, besteht darin, dass der Hund von der falschen Seite auf den Tisch aufspringt. Er springt also entgegen der Laufrichtung auf den Tisch, wird aber nicht wegen Angehens eines Hindernisses aus der falschen Richtung disqualifiziert, sondern bekommt lediglich 5 Strafpunkte und darf aber auf dem Tisch bleiben.
 
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